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Die Gartenpiraten als Beet-Plünderer


Der Rücken schmerzte, an der Hand hatte ich eine Blase und ich fühlte mich müde, als am Montagmorgen der Wecker klingelte. Nachdem ich mit meinen zwei Mitstreitern am Samstag schon mehrere Stunden fleißig bei der Gemeinschaftsarbeit auf unserer Koppel (so nennt man den übergeordneten Bereich, zudem die einzelnen Parzellen gehören) tätig war, war der Tatendrang am Sonntag noch nicht aufgebraucht.

Nachdem ich meiner Familie von unserem neuen Projekt erzählt hatte, waren alle begeistert. Euphorisch berichtete meine Mutter, dass sie im nächsten Frühjahr ihr eines Blumenbeet vor dem Haus auflösen will. Ein neue Sitzecke soll entstehen, die Auffahrt vergrößert werden und das Beet muss weichen, bzw. soll umgesetzt werden. Glück für die Gartenpiraten, denn im neuen Beet wird nicht mehr genug Platz für alle Pflanzen sein. So machten wir uns am Sonntag auf, um das Beet meiner Mutter zu plündern.
Das Beet im Vorgarten weicht einer neuen Sitzecke.

Wir fingen mit den Ringelblumen an. Nach dem die Blüte verwelkt ist, bildet sich eine Art Samen-Köcher. Diesen einfach komplett abpflücken. Die Samen können an ihrem neuen Standort einfach wieder ausgesät werden. Auch eine Lilie war noch übrig für uns. Der große Stiel dieser Pflanze und die exotischen Blüten waren schon verblüht, aber die riesige Zwiebel ließ erahnen, dass diese Pflanze hoch hinaus will. Doch wir widmeten uns auch den kleinen Gewächsen. Gleich mehrere Pflanzengruppen der kleinen Traubenhyazinthe bekamen wir. Momentan sehen die Bodengewächse eher aus wie Grasbüschel, doch im Frühjahr blühen die namensgebenden Blüten in violett. Auch ein paar weitere Bodengewächse durften wir mit Spaten auf dem Beet stechen.
Handgroß ist diese Blumenzwiebel der Lilie.

Es gibt zwei Vorteile an Bodengewächsen. Ein gesundes und hübsches Beet besteht aus verschiedenen Pflanzen. Verschieden Pflanzen brauchen unterschiedliche Nährstoffe, so wird der Boden nicht zu einseitig belastet. Eine positive Begleiterscheinung ist die optische Vielseitigkeit, welche nicht nur durch Farbe und Form, sondern auch durch die Wuchshöhe entsteht. Ein weiteres Argument, welches für einen Gärtner ebenfalls nicht zu verachten ist, ist das minimierte Unkraut. Dort wo die Bodengewächse die Erde bedecken, sprießt das Unkraut nur noch wenig.

Das Beste zum Schluss - das dachte sich wohl auch meine Mama. Nachdem wir aus dem Beet schon etliche Pflanzen, Zwiebeln und Saat genommen hatten, überraschte sie uns mit zwei großen Hortensien. Wir freuten uns riesig, denn diese schönen Blumen, mit ihren großen Blüten, sind eine wahre Augenweide für jeden Garten. Auch eine Rose sollte noch in unseren Besitz übergehen.
Über die Hortensie freuten wir uns besonders. Welche Farben die Blüten wohl bekommen?

Nach einem wohlverdienten Kaffee, fuhren wir mit einem, bis an die Decke gefüllten Auto, in unseren Kleingarten.
Ein Auto voller Blumen.

Der Gartenpiraten-Tipp: Fragt Familie, Freunde und Bekannte ob sie Pflanzen abzugeben haben. Häufiger als man denkt, ist etwas über, was nicht mehr gefällt oder zu groß geworden. Saat kann man sich allemal nehmen und bei einigen Pflanzen reicht auch ein Ableger. So spart ihr viel Geld!

Kleingarten - Anschaffung und Kosten

Wie kommt man eigentlich darauf einen Stadtgarten zu bewirtschaften?

Wie kommt man an einen Schrebergarten?

Was kostet eigentlich so ein Kleingarten?

Vor einem Jahr im Frühling packte es mich, ich wollte raus und etwas bauen. Nur was soll man bauen und wo? So kam ich auf die Idee, mich nach einem Kleingarten umzuschauen. Durch Gespräche mit Arbeitskollegen, die mit Hilfreiche Tipps geben konnten, fand ich über einen Kontakt ein Angebot bei Ebay Kleinanzeigen. Stadtgärten findet man häufig auf solchen Seiten. Im Nachhinein fand ich heraus, dass viele Kleingartenvereine freie Gärten auf ihren Internetseiten anbieten. Es gibt in fast jeder Anlage einen freien Garten, somit findet man auch durch einen direkten Kontakt einen Platz für sich.

Ich hatte mich mit einer netten Dame in ihrem "naturbelassenen" Garten getroffen und mir alles angesehen. Es war wirklich sehr verwildert und zwischen den Sträuchern lag jede Menge Unrat. Jedoch war die Gartenlaube in einem recht gutem Zustand.
Ich habe darauf geachtet, dass das Dach und die Wände trocken und Schimmelfrei sind. Es gehörten jede Menge Gartengeräte, wie Rasenmäher, Harken, Schaufeln, Spaten, Rechen und einem Stromgenerator. Somit war alles Vorort was man zum Bewirtschaften eines Gartens braucht.

Es ist üblich einen Abstand zu zahlen. Der Abstand richtet sich nach Bestand und Ausstattung des Gartens. In meinem Fall waren es 700,- Euro. Das ist zu Anfang eine Menge Geld, man bekommt dafür allerdings auch einiges. Alle Pflanzen, Bauten und Geräte waren darin enthalten.

Jeder Kleingarten-Verein hat seine eigenen Preise für Wasser, Vereinsmitgliedschaft und Pacht für den Garten. Für 250 qm zahle ich 45 Euro Pacht im Jahr und 30 Euro Mitgliedsbeitrag. Mit etwas Wasser liege ich bei 100 Euro im Jahr. Zusätzlich habe ich eine Versicherung abgeschlossen, die in Kraft tritt, wenn z.B. eingebrochen wird oder die Hütte abbrennen sollte. Die Versicherung kostet zusätzlich 45 Euro im Jahr.

Die Kosten für einen Kleingarten halten sich mit ca. 200,-€/jährlich im Rahmen. Was hier noch nicht einberechnet ist, sind Kosten für Umbauarbeiten, neue Pflanzen und Gartengeräte, aber hält man Augen und Ohren offen, bekommt man hier und da oft etwas geschenkt, bzw. für wenig Geld :-)